In Libyen haben 37 Unternehmen Gebote für die Teilnahme an der ersten Energieausschreibung des Landes seit Jahrzehnten eingereicht. Dieser Schritt spiegelt das Bestreben des OPEC-Mitglieds wider, seine Ölproduktion in den kommenden Jahren zu steigern. Laut Bloomberg gehören zu den Bietern einige der größten Energiekonzerne der Welt, darunter die US-amerikanischen Unternehmen Chevron und ExxonMobil sowie TotalEnergies aus Frankreich und Eni aus Italien.
Masoud Suleiman, Vorsitzender der staatlichen National Oil Corporation (NOC), erklärte, dass die Verträge mit den Gewinnerunternehmen voraussichtlich bis Ende 2025 unterzeichnet werden sollen. Er betonte, dass nahezu alle bekannten internationalen Energieunternehmen Angebote eingereicht haben, um Explorationsrechte für 22 Onshore- und Offshore-Blöcke zu erhalten. Die ausgewählten Unternehmen würden die Kosten für seismische Untersuchungen und weitere Explorationsarbeiten tragen, könnten diese Ausgaben jedoch zurückfordern, falls wirtschaftlich rentable Vorkommen entdeckt würden.
Libyen plant, seine tägliche Ölproduktion bis 2030 auf zwei Millionen Barrel zu erhöhen, verglichen mit derzeit rund 1,4 Millionen Barrel pro Tag. Die Ausschreibung ist Teil eines umfassenderen Plans, den die National Oil Corporation im März vorgestellt hat. Dieser sieht die Vergabe von 22 Explorationsblöcken an Land und vor der Küste vor, mit dem Ziel, die Produktion auf zwei bis drei Millionen Barrel pro Tag zu steigern.
Vor dem Jahr 2011 produzierte Libyen etwa zwei Millionen Barrel täglich. Seitdem hat der Ölsektor des Landes aufgrund politischer Spaltungen und bewaffneter Konflikte erhebliche Einbußen erlitten, was sich negativ auf Produktions- und Investitionsniveaus ausgewirkt hat.
Der Ölsektor gilt als wichtigste Einkommensquelle Libyens, das über die größten nachgewiesenen Ölreserven Afrikas verfügt. Mit der relativen Stabilisierung der Sicherheitslage in einigen Fördergebieten versucht Tripolis nun, Investitionen internationaler Energieunternehmen anzuziehen, um die angeschlagene Wirtschaft zu stärken. Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass ein Engagement auf dem libyschen Markt eine hohe Risikobereitschaft erfordert, da weiterhin Sicherheits- und politische Herausforderungen bestehen, die künftige Explorations- und Produktionsaktivitäten beeinträchtigen könnten.





