Marokko hat offiziell den Start seines ersten Offshore-Windenergieprojekts mit einer Produktionskapazität von 1000 Megawatt bekannt gegeben. Das Projekt soll in Küstennähe der Stadt Essaouira realisiert werden. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des „Tags des Mittelmeers“ während der dritten UN-Ozeankonferenz (UNOC3), die in der französischen Stadt Nizza stattfand.
Dieses Projekt ist eine der ersten Investitionen, die durch die Mediterranean Blue Partnership finanziert werden – ein multilateraler Geberfonds zur Förderung einer nachhaltigen blauen Wirtschaft im südlichen Mittelmeerraum und im Roten Meer. Der Baubeginn ist für das Jahr 2029 geplant. Damit wäre es das erste marokkanische Projekt im Bereich der Offshore-Windenergie.
Die marokkanische Ministerin für Energiewende, Leila Benali, erklärte, dass das Projekt „Teil einer umfassenden Dynamik sei, die auf Energieunabhängigkeit, industrielle Attraktivität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit abzielt“. Es steht im Einklang mit der nationalen Strategie, bis 2030 mehr als 52 % des marokkanischen Strommixes aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.
Die Wahl fiel auf die Küstenregion bei Essaouira, da dort starke und gleichmäßige Meereswinde herrschen, mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von etwa 11 Metern pro Sekunde. Dies macht die Gegend technisch geeignet für ein Projekt dieser Art und verspricht eine gute Rentabilität bei der Stromerzeugung.
Die Machbarkeitsstudien und die technische Unterstützung für dieses Projekt werden durch die Mediterranean Blue Partnership finanziert, deren Budget sich bisher auf rund 22 Millionen Euro beläuft. Kürzlich ist auch Spanien der Liste der Geber beigetreten und hat 8,5 Millionen Euro beigesteuert. Zu den bisherigen Beitragszahlern zählen Schweden, Deutschland, Frankreich und die Europäische Union.
Diese Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund eines weltweiten Booms im Bereich der Offshore-Windenergie. Das Beratungsunternehmen Rystad Energy prognostiziert, dass die globale Produktionskapazität von Offshore-Windenergie im Jahr 2025 um etwa 19 Gigawatt steigen wird.
Das Projekt in Essaouira stellt einen wichtigen Meilenstein im Wandel Marokkos hin zu erneuerbaren Energien dar. In den vergangenen Jahren hatte sich das Land vor allem auf Solarenergie- und Onshore-Windkraftprojekte konzentriert. Mit diesem Schritt stärkt Marokko seine Position als regionaler Akteur im Bereich sauberer Energie und könnte andere Mittelmeerländer dazu ermutigen, ähnliche Projekte in Angriff zu nehmen.





