Das Sultanat Oman unternimmt konkrete Schritte zur Erhöhung der Produktion von Flüssigerdgas (LNG) im Rahmen seiner Pläne, die Exportkapazitäten zu steigern und die staatlichen Einnahmen zu stärken. Dies geschieht durch die Umsetzung des ersten Ausbauprojekts in diesem Sektor seit mehr als zwei Jahrzehnten. Das neue Projekt konzentriert sich auf die Erschließung des „Block 61“-Feldes, eines der größten Gasfelder des Landes, an dessen Entwicklung internationale Unternehmen, darunter das britische „BP“, beteiligt sind.
Laut Jaber Al-Numani, Finanzvorstand von „OQ Exploration & Production“, laufen derzeit Gespräche mit strategischen Partnern zur Überprüfung des Entwicklungsplans für das Feld, um eine vierte Produktionslinie in der Stadt Sur mit dem erforderlichen Gas zu versorgen. Diese Linie soll eine Produktionskapazität von 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr haben und an der Küste des Golfs von Oman liegen. Al-Numani wies darauf hin, dass das Projekt auf privaten Investitionen basiert, die sowohl die Förderaktivitäten im Feld als auch den Bau der Exportanlage umfassen. Die Regierung könnte den Beginn der Bauarbeiten im nächsten Jahr ankündigen, sofern die Vorbereitungen abgeschlossen sind.
Dieses Projekt stellt eine qualitative Erweiterung des omanischen Gassektors dar und würde – im Falle seiner Umsetzung – die Exportkapazität um etwa ein Drittel steigern, was die Position des Sultanats auf dem LNG-Markt stärken würde. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der Bemühungen Maskats, die Einnahmequellen zu diversifizieren und die Gasressourcen zur Unterstützung des Staatshaushalts zu nutzen, insbesondere angesichts der bestehenden finanziellen Herausforderungen.
Die Eigentümerstruktur von „Block 61“ umfasst mehrere Hauptpartner: das britische „BP“ mit einem Anteil von 40 %, „OQ Exploration & Production“ mit 30 %, das thailändische Unternehmen „PTT“ mit 20 % sowie „Petronas“ aus Malaysia mit 10 %.
Die omanische Initiative fällt in eine Phase regionaler Expansion im Bereich LNG-Export. Die Golfstaaten – allen voran Katar und Abu Dhabi – arbeiten an der Erhöhung ihrer Produktionskapazitäten, da erwartet wird, dass die weltweite Nachfrage nach dieser Art von Brennstoff in den kommenden Jahren anhält, obwohl die internationalen Bemühungen zum Übergang zu kohlenstoffärmeren Energiequellen zunehmen.
Beobachter sind der Ansicht, dass der Erfolg des omanischen Projekts von der Anziehung ausländischer Investitionen und wirksamer Partnerschaften abhängt, zumal die Regierung nicht plant, es aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Damit wird die Beteiligung internationaler Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor für die Umsetzung dieser Pläne.





