Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune erklärte, dass die wirtschaftlichen Indikatoren des Landes für dieses Jahr insgesamt positiv seien. Er betonte, dass die Wirtschaft weiterhin gut performe, trotz der regionalen und internationalen Herausforderungen. In seinem regelmäßigen Treffen mit nationalen Medien erläuterte Tebboune, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr voraussichtlich über 4 % liegen werde – eine Quote, die er als eine der höchsten im Mittelmeerraum bezeichnete. Dies sei vor allem auf laufende Investitionen, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die landwirtschaftliche Aktivität zurückzuführen.
Er verwies außerdem auf die Devisenreserven des Landes in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar und den Rückgang der Inflationsrate von 9,7 % im Jahr 2020 auf weniger als 4 % in diesem Jahr. Zudem hob er hervor, dass Algerien keine Auslandsverschuldung habe. Präsident Tebboune stellte klar, dass der Staat trotz sinkender Ölpreise keine Sparmaßnahmen plane, sondern weiterhin auf eine bessere Ressourcenverwaltung, Priorisierung der Ausgaben, Diversifizierung der Wirtschaft und Erhöhung der nationalen Produktion setze.
Bezüglich der Empfehlungen des Internationalen Währungsfonds betonte Tebboune, dass Algerien diese an seine eigenen wirtschaftlichen und sozialen Strategien anpasse. Er erläuterte, dass alle Länder eine Binnenverschuldung hätten und es kein Budget ohne Defizit gebe.
Zum Thema Automobilindustrie kündigte der Präsident an, dass große internationale Marken ihre Fahrzeuge künftig in Algerien mit hohen lokalen Integrationsraten produzieren werden. Bei einigen Modellen werde der Integrationsanteil mindestens 40 % betragen. Er lobte zudem die Fortschritte des Fiat-Werks in Oran und machte deutlich, dass die Wiederaufnahme der Produktion bei Renault an das Erreichen einer akzeptablen lokalen Integrationsquote geknüpft sei, nachdem diese jahrelang lediglich bei 5 % lag.
Im Agrarsektor hob Tebboune hervor, dass sich die Landwirtschaft von einem rein sozialen zu einem produktiven Wirtschaftszweig entwickle. Er bestätigte, dass Algerien erstmals seit 63 Jahren Selbstversorgung bei Hartweizen erreicht habe. Die Bemühungen zur Selbstversorgung bei Weichweizen, Mais und Gerste würden fortgesetzt.
Zudem erläuterte der Präsident, dass Algerien über 87 Staudämme verfüge und betonte die Notwendigkeit, Projekte zur Aufbereitung von Abwasser zu entwickeln, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Diese Vorhaben seien Teil nationaler Programme, die in Zusammenarbeit mit Start-ups umgesetzt würden.
Abschließend betonte Tebboune, dass der Staat daran arbeite, die Parallelwirtschaft in die offizielle Wirtschaft zu integrieren, um Transparenz und Wachstum zu fördern. Die Regulierung der Kleinstimporte und deren Einbindung in die Aktivitäten von Selbständigen sei ein wichtiger Schritt in diesem Prozess.





