Im Rahmen ihrer Bemühungen, die Investitionen im Energiesektor zu stärken, hat die algerische Regierung mehreren internationalen Unternehmen Lizenzen zur Erschließung von fünf Erdgasfeldern erteilt. Die Lizenzen wurden im Rahmen einer internationalen Ausschreibung vergeben, die das Land im vergangenen Jahr gestartet hatte. Die gesamte Produktionskapazität dieser Felder soll rund 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr erreichen, wobei die Entwicklungsarbeiten zwischen fünf und zehn Jahre in Anspruch nehmen dürften.
Die Ausschreibung umfasste sechs Explorationsgebiete, darunter fünf Gasfelder mit einer Gesamtfläche von etwa 139.978 Quadratkilometern sowie ein Ölfeld mit einer Fläche von 12.759 Quadratkilometern. Diese Maßnahme ist Teil der Strategie Algeriens, die jährliche Gasproduktion von derzeit 137 Milliarden Kubikmetern auf 200 Milliarden Kubikmeter innerhalb der nächsten fünf Jahre zu steigern – wie zuvor vom algerischen Energieminister Mohamed Arkab angekündigt.
Zu den erfolgreichen Bietern gehört ein Konsortium aus dem französischen Unternehmen TotalEnergies und QatarEnergy, das die Lizenz zur Erschließung des Gebiets Ahara erhalten hat. Das italienische Unternehmen Eni und der thailändische Konzern PTTEP gewannen die Lizenz für das Gebiet Reggane II. Das chinesische Unternehmen ZPEC wird das Gebiet Zarfa II erschließen. Das Konsortium aus dem österreichischen Unternehmen Zincas und dem schweizerischen Unternehmen Velada erhielt die Lizenz für Toual II, während das Gebiet Qairn El Qasah II an das chinesische Unternehmen Sinopec ging.
Murad Belgehim, Präsident der Nationalen Agentur zur Förderung von Kohlenwasserstoffressourcen, erklärte, dass durch die Ausschreibung drei neue Unternehmen aus China, Katar und Österreich in den algerischen Energiesektor eingetreten seien. Die Projekte werden in Partnerschaft mit dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach umgesetzt.
Der Energiesektor spielt eine zentrale Rolle in der algerischen Volkswirtschaft: Er macht etwa 18,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und steht für rund 85 % der Gesamtexporte des Landes, wie aus offiziellen Regierungsdaten hervorgeht. Algerien verfügt über umfangreiche Öl- und Gasreserven, darunter schätzungsweise 15,4 Milliarden Barrel Öl und 141 Billionen Kubikfuß Erdgas sowie 247 unerschlossene Lagerstätten, die noch auf ihre Entwicklung warten.
Diese Ausschreibung war die erste ihrer Art seit über zehn Jahren und ist Teil einer Reihe geplanter internationaler Ausschreibungen, die Algerien in den kommenden fünf Jahren durchführen möchte, um neue ausländische Investitionen zu gewinnen und die Nachhaltigkeit der Einnahmen aus dem Energiesektor langfristig zu sichern.





