In einem Schritt, der das wachsende Bestreben zur Förderung der wirtschaftlichen und investitionsbezogenen Zusammenarbeit zwischen arabischen Staaten widerspiegelt, haben das Sultanat Oman und die Demokratische Volksrepublik Algerien ein Abkommen zur Gründung eines gemeinsamen Investitionsfonds mit einem Volumen von mehr als 115 Millionen omanischen Rial (rund 298 Millionen US-Dollar) unterzeichnet. Ziel des Fonds ist es, strategische Projekte in Schlüsselbereichen wie Ernährungssicherheit, Pharmaindustrie und Bergbau zu unterstützen.
Das Abkommen wurde zwischen der Oman Investment Authority und dem algerischen Finanzministerium am Rande des offiziellen Besuchs von Sultan Haitham bin Tariq in Algerien unterzeichnet. Laut einer Erklärung der omanischen Seite dient der Fonds der „Förderung und Weiterentwicklung der Investitionskooperation zwischen beiden Ländern“ und soll zur Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele sowie zur Ausweitung gemeinsamer Investitionen beitragen – zum beiderseitigen Nutzen.
Der Besuch umfasste auch die Unterzeichnung mehrerer Absichtserklärungen in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Bergbau- und Energiesektor. So wurde ein Abkommen zwischen der Nationalen Gesellschaft für geologische und bergbauliche Erkundung (Tochter des algerischen Sonarem-Konzerns) und der Mineralentwicklungsgesellschaft Omans (Tochter der Oman Investment Authority) unterzeichnet. Zudem wurde ein vorläufiges Term Sheet für ein Rahmenabkommen zwischen dem algerischen Energiekonzern Sonatrach und dem omanischen Energieunternehmen Abaraj abgeschlossen – ein Schritt, der neue Perspektiven für eine weitreichende Energiekooperation eröffnet.
Darüber hinaus wurden Absichtserklärungen in weiteren Bereichen unterzeichnet, darunter die pharmazeutische Industrie und die landwirtschaftliche Zusammenarbeit – Sektoren, die auf den Agenden beider Regierungen Priorität genießen, da sie zur Ernährungssicherheit, Versorgung mit lebenswichtigen Produkten sowie zur Verbesserung der lokalen Produktion und industriellen Entwicklung beitragen.
Diese Zusammenarbeit erfolgt im Kontext eines gemeinsamen Bestrebens beider Länder, ihre Wirtschaften zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom Ölsektor zu reduzieren. Die Oman Investment Authority zählt zu den wichtigsten wirtschaftlichen Akteuren der Sultanats im Ausland und hat bereits neun ähnliche Kooperationsabkommen mit Ländern wie Saudi-Arabien, Katar, Spanien, Brunei, Vietnam, Usbekistan, Pakistan, Indien und der Türkei unterzeichnet – im Rahmen einer strategischen Vision zur Erweiterung des Investitionsportfolios und Steigerung der Renditen.
Algerien wiederum verfolgt eine ambitionierte Wirtschaftspolitik zur Stärkung des lokalen und ausländischen Privatsektors, zur Reduzierung der Importabhängigkeit und zur effektiven Nutzung unerschlossener natürlicher Ressourcen. Präsident Abdelmadjid Tebboune hatte im vergangenen Dezember eine wirtschaftliche Vision vorgestellt, die ein Wachstum in den Nicht-Ölsektoren von bis zu 5 % bis 2025 vorsieht – was strategische Partnerschaften und ein flexibleres, investorenfreundliches Umfeld erfordert.
Die Gründung des omanisch-algerischen Investitionsfonds signalisiert eine neue Ausrichtung der arabischen Wirtschaftsbeziehungen, die auf langfristiger Partnerschaft und der Integration von Chancen zwischen den Golfstaaten und Nordafrika basiert – ein möglicher Wegbereiter für umfangreichere regionale Großprojekte in den kommenden Jahren.





