Nach einem erfolgreichen Auftakt setzte Der Divan – Das Arabische Kulturhaus am 10. Oktober 2025 das gemeinsam mit dem Center for Humans & Machines am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Berlin) und der Hamad Bin Khalifa University (Doha, Katar) organisierte Symposium „Cross-Cultural Artificial Intelligence“ fort. Der zweite Tag widmete sich den vielschichtigen Beziehungen zwischen Künstlicher Intelligenz, Kultur, Religion und Ethik.
Nach einer Begrüßung durch Abdalla Al Hamar und Grußworten von Dr. Ahmad M. Hasnah, Präsident der Hamad Bin Khalifa University, eröffnete Prof. Iyad Rahwan (Direktor des Center for Humans & Machines) den Tag mit einer Einführung in die Frage, wie KI-Technologien kulturelle Vielfalt respektieren und zugleich universelle ethische Prinzipien fördern können.
Session 1: AI and Religion
Im ersten Themenblock beleuchtete Mohammed Ghaly (Hamad Bin Khalifa University) die Wechselwirkungen zwischen der islamischen Morallehre und moderner KI-Entwicklung. Beth Singler (Universität Zürich) sprach anschließend über neue religiöse und spirituelle Ausdrucksformen, die im Umgang mit großen Sprachmodellen entstehen. Die anschließende Podiumsdiskussion unter Leitung von Annette Zimmermann zeigte eindrücklich, wie stark Technologie, Spiritualität und Gesellschaft heute ineinandergreifen.
Session 2: Measurement of Culture & Bias
Prof. Ingmar Weber (Universität des Saarlandes) forderte in seinem Vortrag „Slow AI“ dazu auf, KI nicht nur als Werkzeug der Effizienz, sondern auch als Mittel zur Reflexion und Verständigung zu begreifen. Rafiya Javed (Google DeepMind) präsentierte neue Forschungsergebnisse zu Ungleichbehandlungen und Verzerrungen in den Antworten großer Sprachmodelle im Kontext der Menschenrechte. Eine lebhafte Diskussion unter der Moderation von Matthew J. Dennis schloss die Session ab.
Session 3: The Challenge of Low-Resource Languages
Am Nachmittag stand die sprachliche Vielfalt im Mittelpunkt. Prof. Mona Diab (Carnegie Mellon University) sprach über die Notwendigkeit, anthropologische Perspektiven in die KI-Forschung zu integrieren, um kulturell bewusste Systeme zu schaffen. Prof. Mustafa Jarrar (Hamad Bin Khalifa University & Birzeit University) stellte neue Datensätze für arabische Sprachmodelle vor und betonte die Wichtigkeit, weniger repräsentierte Sprachen in der KI-Entwicklung stärker zu fördern.
Session 4: Engineering Generative AI
Sanjay Chawla (Hamad Bin Khalifa University) präsentierte das Projekt FANAR, eine bahnbrechende arabisch-zentrierte Plattform für Generative KI, die Sprache, Kultur und Werte der arabischen Welt in den Mittelpunkt stellt. Ergänzend berichtete Dr. Hassan Abu Alhaija (NVIDIA) aus der industriellen Forschungspraxis.
Keynote Lecture
Zum Abschluss sprach Juergen Pfeffer (Technische Universität München) in seiner Keynote „Towards a Global Ethos for the AI-Driven World“ über die Notwendigkeit gemeinsamer globaler Werte und ethischer Grundlagen im Zeitalter der KI.
Der zweite Tag bot ein reichhaltiges Programm mit spannenden Diskussionen und wissenschaftlicher Tiefe – ein würdiger Abschluss eines Symposiums, das die kulturelle Dimension der Künstlichen Intelligenz eindrucksvoll in den Mittelpunkt stellte.






































